ADHS-Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen

ADHS zeigt sich nicht bei jedem Kind gleich.

Auf der einen Seite:

  • Unruhe
  • Impulsivität
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Auf der anderen Seite:

  • Verträumtheit
  • Langsamkeit
  • Ausgeprägte Angepasstheit

Eine fundierte Diagnostik betrachtet deshalb das Zusammenspiel von Aufmerksamkeit, kognitiver Leistungsfähigkeit, Verhalten und bisheriger Entwicklung.

Aufmerksamkeit differenziert untersuchen

Konzentrationsschwierigkeiten allein bedeuten noch nicht ADHS.

Untersucht werden unter anderem Aufmerksamkeitssteuerung, Konzentrationsleistung, Reaktionsgeschwindigkeit, Impulskontrolle und Schwankungen der Aufmerksamkeit. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Testwert, sondern das Muster der Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Verhalten im Alltag.

Kognitive Stärken und Herausforderungen erkennen

Die Untersuchung der kognitiven Leistungsfähigkeit ermöglicht einen differenzierten Blick auf individuelle Stärken und Herausforderungen. Erfasst werden beispielsweise sprachliche und schlussfolgernde Fähigkeiten, Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie Arbeitsgedächtnis.

Gerade bei ADHS können diese Bereiche unterschiedlich ausgeprägt sein. Schwierigkeiten können etwa darin bestehen, Informationen kurzfristig verfügbar zu halten, Arbeitsschritte zu organisieren oder Leistungen unter Zeitdruck effizient abzurufen.

Die Entwicklung mitdenken

Die Entwicklungsanamnese ergänzt die aktuellen Untersuchungsergebnisse.

Dabei wird betrachtet, wie sich Folgendes im Laufe der Entwicklung gezeigt hat.

  • Aufmerksamkeit
  • Aktivitätsregulation
  • Impulskontrolle
  • Organisation

Informationen aus Familie, Kindergarten oder Schule helfen dabei zusätzlich, Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu erkennen.

Unterschiedliche Erscheinungsformen berücksichtigen

Nicht jedes Kind mit ADHS ist laut oder ständig in Bewegung. Manche zeigen vorwiegend Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeitssteuerung, andere arbeiten langsam und stark kontrolliert oder können sich bei interessanten Tätigkeiten außergewöhnlich intensiv konzentrieren.

Besonders bei leistungsorientierten oder kognitiv leistungsstarken Kindern (Buben wie Mädchen) können Schwierigkeiten lange kompensiert werden.

Eine sorgfältige klinisch-psychologische Diagnostik führt deshalb Testergebnisse, Entwicklungsanamnese, Verhaltensbeobachtung und Informationen aus dem Alltag zusammen. So entsteht nicht nur eine Antwort auf die Frage, ob ADHS vorliegt, sondern ein differenziertes Bild der individuellen Stärken, Herausforderungen und des tatsächlichen Unterstützungsbedarfs.

Wo Unterschiede Bedeutung bekommen.